CDN - Content Delivery Network
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Was ist ein CDN – Content Delivery Network

Als Webseitenbetreiber ist es wichtig, dass die eigene Seite stabil und zuverlässig online erreichbar ist – und dass die Ladezeiten für Besucher möglichst kurz sind. Aus genau diesem Grund setzen viele Online-Anbieter auf ein sogenanntes CDN – ein Content Delivery Network. Der Name ist dabei Programm, denn es handelt sich um ein Netzwerk an Servern, die Inhalte ausliefern. Diese Server sind weltweit verteilt. Auf all diesen Servern läuft exakt das gleiche Abbild einer Webseite. Der Daseinszweck dieser Server ist es, den statischen Inhalt von Webseiten solchen Besuchern zugänglich zu machen, die in Server-Nähe sitzen. Ein US-Bürger bekommt beim Aufrufen einer Webseite also die Inhalte von einem Server in den USA zugesandt, ein Japaner von einem Server in Japan und so weiter. Vor allem international aufgestellte Online-Shops und Unternehmen nutzen CDN, um ihre Infos und Angebote ohne Ladezeitverlust weltweit zu verbreiten.

In diesem Beitrag erfährst du, wie ein CDN funktioniert, welche Vor- und Nachteile die Content Delivery Networks haben und für wen sich der Einsatz eines CDN lohnt.

Was ist ein CDN?

Ein CDNContent Delivery Network – ist ein Netzwerk aus Servern. Dieses Netzwerk liefert die Daten einer Webseite von jenem Server aus, der dem Nutzer am nächsten ist. Dies sorgt für besonders kurze Ladezeiten. Da auf allen CDN-Servern identische Daten vorliegen, bekommen die User überall die gleichen Inhalte. Die Daten werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert, indem sich die CDN-Server die statischen Inhalte der Webseite vom Hosting-Server laden.

Die verschiedenen Server eines CDN werden „Replica Server“ genannt (im Deutschen oft auch Spiegel-Server) da sie Abbildungen, also gespiegelte Inhalte von Webseiten enthalten.

Was sind die Vorteile eines CDN?

Der Einsatz eines CDN sorgt für besonders kurze Ladezeiten von Webseiten-Inhalten, die in verschiedenen Ländern ausgespielt werden. Das ist vor allem für international tätige Shops und Unternehmen wichtig. Außerdem schützt ein CDN vor den Folgen von DDoS-Attacken, denn selbst wenn ein Server ausfällt, bleiben die anderen Server des Netzwerks weiterhin erreichbar. Gleiches gilt natürlich, wenn ein Server aufgrund von ansteigenden Besucherzahlen an die Belastungsgrenze kommt. Die Replica-Server sorgen dafür, dass die Seite weiterhin erreichbar bleibt.

Ein CDN kann sogar Kosten beim Webhosting sparen. Schließlich benötigen Webseitenbetreiber bei dem Einsatz eines CDN oftmals eine geringere Bandbreite beim Hosting-Server, da die Replica-Server dem Hauptserver eine Menge Traffic abnehmen.

Die Vorteile eines CDN auf einen Blick:

  • Geringe Ladezeiten (bei globaler Betrachtung) dank lokaler Nähe der Replica-Server zu internationalen Besuchern. (Kurze Ladezeiten sind aus drei Gründen wichtig: Nutzerfreundlichkeit, geringe Absprungraten sowie besseres Rating in den Suchmaschinen.)
    (Wenn dich das Thema Ladezeiten interessiert, dann lese auch unseren Beitrag zum Caching. Hiermit können die Ladezeiten stark optimiert werden.)
  • Kosteneinsparungen beim Hosting sind möglich, da geringere Leistungs-Anforderungen an den Hosting-Server.
  • Mehr Sicherheit: Schutz vor Webseiten-Absturz durch DDoS-Attacken oder extremen Besucher-Ansturm (bspw. aufgrund einer populären viralen Marketing-Kampagne).
  • Gezieltes Auslagern großer Datenmengen (z. B. Bilder), um die Gesamt-Ladezeit einer Seite zu verbessern.

Welche Nachteile hat ein Content Delivery Networks?

Wer ein Content Delivery Network nutzt, der sollte sich bewusst sein, dass darüber keine dynamischen Inhalte ausgeliefert werden können. Dies betrifft beispielsweise den Warenkorb im Online-Shop oder einen Newsticker. Dynamische Inhalte müssen vom Hosting-Server geladen werden. Das CDN liefert lediglich ein mehr oder weniger aktuelles Abbild der statischen Webseiten-Inhalte aus.

Ein weiterer Nachteil bei einem CDN kann im Bereich Datenschutz liegen: Da die Replica-Server international verteilt sind, gibt man als Anwender ein Stück weit die Kontrolle über die eigenen Daten ab. Empfehlenswert ist es deshalb, die Verwendung eines CDN in die eigene Datenschutzerklärung aufzunehmen.

Wer ein CDN einsetzt, sollte auch genau im Blick haben, wann die Replica-Server sich jeweils die aktuelle Version der Webseite vom Hosting-Server abholen. Sind diese Intervalle zu groß, kommt es eventuell zum Anzeigen von veralteten Inhalten. Das ist gerade für Shop-Betreiber problematisch, wenn sich Produktpreise, Versandkosten oder Angebotsinhalte ändern. (Allerdings werden im Normalfall die Änderungen an der Webseite den Servern des Netzwerks automatisch mitgeteilt, so dass es nur sehr selten Verwerfungen gibt.)

Was kostet ein CDN?

Ein CDN bringt in der Regel monatliche Kosten mit sich. Oft wird traffic-bezogen abgerechnet: Je mehr Zugriffe auf die Server, desto mehr Daten werden via CDN transportiert und desto höher sind die Kosten. Es gibt jedoch auch kostenfreie CDN-Angebote. Diese eignen sich für eher kleinere Webseiten mit wenig Datenvolumen.

Wann lohnt sich ein Content Delivery Network?

Ein Content Delivery Network lohnt sich für alle Webseiten, die internationale Besucher ansprechen. Besonders für Online-Shops und Großunternehmen sowie internationale Projekte ist der Einsatz eines CDN sinnvoll. Dadurch werden die Webseiten in allen Ländern schnell geladen und hohe Absprungraten durch langsame Ladenzeiten lassen sich vermeiden. Auch für Seiten mit hohem Datenvolumen, wie beispielsweise großen Bildern oder Videos, ist ein CDN durchaus empfehlenswert.

Wer wissen möchte, ob sich ein CDN für den eigenen Webauftritt lohnt, der sollte einen Blick auf seine Zielgruppe werfen: Befindet sich diese nicht allein nur in Deutschland, sollte über ein CDN nachgedacht werden. Schließlich sind lange Ladezeiten ein No-Go und sorgen dafür, dass die User reihenweise „abspringen“. Das ist umso ärgerlicher, weil oft viel Zeit und Geld ins Online-Marketing fließen, um die Besucher auf die Seite zu bringen. Doch wenn ein User aus den USA einige Sekunden auf die Informationen eines Hosting-Servers in Frankfurt am Main warten muss, ist die Gefahr des Abspringens groß. Mit einem CDN lässt sich dieses Problem umgehen.

Empfehlenswert ist der Einsatz eines Content Delivery Networks auch für Webseiten, die große Datenmengen beinhalten. Das können zum Beispiel viele Videos, Grafiken oder Bilder sein. Durch das Server-Netzwerk können die Daten dann international schneller ausgespielt werden.

[shariff]

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