Caching - 4 Cache Arten

Ladezeit verbessern: Diese 4 Caching-Arten kannst du für deine Website nutzen

Caching speichert fertige Kopien deiner Website zwischen, damit sie bei erneuten Aufrufen nicht jedes Mal komplett neu berechnet werden muss. Bei WordPress kommen dafür vier Arten zum Einsatz: Browser-Caching, Caching über ein CDN, serverseitiges Caching und der Objekt-Cache der Datenbank. Richtig kombiniert verkürzen sie die Ladezeit deiner Website deutlich.

Eine schnelle Ladezeit hilft dabei doppelt: Sie sorgt für eine bessere Benutzererfahrung und ist über die Core Web Vitals auch ein Ranking-Faktor bei Google. Wie du ein Caching für deine WordPress Webseite mittels Plugin einrichtest, kannst du hier nachlesen. Doch ein grundlegendes Verständnis dieser Technik ist wichtig, wenn du einen Cache zielgerichtet einsetzen möchtest.

In diesem Beitrag erfährst du, welche gängigen Arten des Cachings bei WordPress Webseiten zum Einsatz kommen und wofür sich welche Cache-Art eignet.

Infografik: Die 4 Caching-Ebenen einer Website. Auf dem Weg vom Besucher über Browser, CDN-Server und Webserver bis zur Datenbank greifen Browser-Caching, CDN-Caching, serverseitiges Caching und der Objekt-Cache.

Browser-Caching

Dateien können vom Browser gecacht werden. Dies ist der schnellstmögliche Cache, da hierfür fast keine Daten übertragen werden müssen. Inhalte von Webseiten, die bereits einmal aufgerufen wurden, werden vom Browser des Besuchers zwischengespeichert. Das eignet sich für Inhalte wie Bilder, CSS und JavaScript, da sich diese Daten nicht besonders häufig ändern.

Wenn du das Browser-Caching verwenden möchtest, muss dem Browser über sogenannte Cache-Header mitgeteilt werden, dass er die Daten der Webseite zwischenspeichern soll. Außerdem muss festgelegt werden, wann dieser Cache erneuert wird. Andernfalls sehen deine Webseiten-Besucher immer nur den Stand, zu dem der Inhalt gecacht wurde.

Die Einrichtung ist mit WordPress und den entsprechenden Plugins relativ einfach. Meine persönlichen Favoriten sind hierbei WP Fastest Cache und Autoptimize. Beide Plugins werden bis heute aktiv gepflegt (Stand: Juli 2026) und habe ich im Beitrag Was ist Caching und wie verbessert Caching die Ladegeschwindigkeit vorgestellt. Genau genommen ist Autoptimize dabei kein klassisches Caching-Plugin, sondern optimiert und verkleinert CSS- und JavaScript-Dateien. Beides zusammen ergibt ein starkes Team.

Übrigens: Seit Version 6.8 bringt WordPress mit dem sogenannten Speculative Loading eine verwandte Technik von Haus aus mit. Dabei lädt der Browser Unterseiten bereits im Hintergrund vor, sobald ein Besucher mit dem Mauszeiger über einen Link fährt. Der nächste Klick fühlt sich dadurch nahezu verzögerungsfrei an.


Caching mit einem CDN

Dateien können auf der CDN-Ebene (also im Content Delivery Network) zwischengespeichert werden. Das ist vorteilhaft, da CDN-Server einerseits sehr schnell sind und andererseits geografisch näher an den Benutzern liegen als der Ursprungsserver. Dies gilt zumindest bei international agierenden Unternehmen. Ein bekannter Anbieter mit kostenlosem Einstiegstarif ist zum Beispiel Cloudflare.

Ein Caching via CDN eignet sich besonders bei Bildern, aber auch HTML und anderer Code kann auf diese Weise zwischengespeichert werden. Auch bei diesem Caching bedarf es einer Regelung, wann der Zwischenspeicher erneuert werden soll. Im Regelfall sollte dies geschehen, sobald sich Daten der Webseite ändern, die sich im Cache befinden.


Ladezeit verbessern: Serverseitiges Caching

Viele Hosting-Anbieter bieten inzwischen serverseitiges Caching an. Hierbei werden die Webseiten direkt auf dem Server des Hosts zwischengespeichert.

Bei einer WordPress-Website werden die Seiten mit PHP aufgebaut, wobei der Code Daten aus einer MySQL-Datenbank abfragt. Beim serverseitigen Caching wird das Ergebnis von PHP-Code und Datenbankabfragen zwischengespeichert: Es wird quasi eine „statische“ Webseite generiert. Ruft ein Besucher die WordPress-Seite auf, kann diese vom Server extrem schnell ausgespielt werden, da das Auslesen des Codes und die Datenbank-Abfragen entfallen.

Ein WordPress Host, der serverseitiges Caching anbietet, ist zum Beispiel WPspace mit seinem hauseigenen Caching-Tool AccelerateWP. Auch Hetzner liefert in allen Webhosting-Paketen Varnish-Caching mit, und bei Hostern mit LiteSpeed-Servern wie Linevast übernimmt das kostenlose Plugin LiteSpeed Cache diese Aufgabe. Welche Anbieter ich empfehle, liest du in meinem Beitrag über WordPress Hosting Anbieter.


Objekt Cache für Datenbanken

Die Datenbank verfügt über einen eigenen, speziellen Cache. Nachdem eine MySQL-Abfrage ausgeführt wurde, können die Ergebnisse in einem Objekt-Cache gespeichert werden. Bei identischen Abfragen werden die Ergebnisse dann aus dem Cache ausgespielt, wodurch eine erneute Datenbankabfrage entfällt.

WordPress nutzt von Haus aus nur einen flüchtigen Objekt-Cache, der nach jedem Seitenaufruf geleert wird. Richtig spannend wird es mit einem persistenten Objekt-Cache über Lösungen wie Redis oder Memcached, die viele Hosting-Anbieter mittlerweile bereitstellen. Das lohnt sich vor allem für große und dynamische Webseiten, etwa Onlineshops oder Seiten mit Mitgliederbereich, bei denen viele Datenbankabfragen anfallen.

Infografik: So funktioniert der Objekt-Cache. Ohne Objekt-Cache geht jede Abfrage von WordPress an die Datenbank. Mit Objekt-Cache (z. B. Redis) kommen wiederholte Abfragen blitzschnell aus dem Arbeitsspeicher, nur die erste Abfrage geht an die Datenbank.

Fazit

Ein Caching der WordPress Webseite kann ein entscheidender Performance-Faktor sein. Doch „Cache“ ist nicht gleich „Cache“: Es gibt verschiedene Arten des Cachings, die sehr unterschiedlich funktionieren und sich gegenseitig ergänzen.

Ich hoffe, mit diesem Beitrag konnte ich dir die Komplexität des Themas etwas näherbringen. Neben den hier genannten Caching-Typen gibt es noch weitere sowie feingliedrige Unterscheidungen. Nichtsdestotrotz ist der Einsatz von einem Cache für deine Webseite kein Hexenwerk: Für WordPress gibt es viele Plugins, die die Umsetzung relativ einfach machen. Die Beschäftigung mit diesem Thema lohnt sich auf jeden Fall, gerade weil die Ladegeschwindigkeit über die Core Web Vitals ein Ranking-Faktor von Google ist.

Du weißt nicht, wo deine Website Ladezeit verliert? Im Rahmen meiner Webseiten-Analyse & Beratung finde ich die Bremsen heraus und richte das passende Caching für dich ein. Und wenn du eine von Grund auf schnelle Website möchtest, schau dir mein Angebot rund um WordPress Webdesign an.


FAQ: Häufige Fragen zum Caching

Das hängt von deinem Hosting ab. Läuft deine Website auf einem LiteSpeed-Server, ist das kostenlose LiteSpeed Cache die erste Wahl. Ansonsten empfehle ich WP Fastest Cache als einfachen, kostenlosen Einstieg, gern kombiniert mit Autoptimize für die Optimierung von CSS und JavaScript. Wichtig: Setze niemals mehrere Caching-Plugins parallel ein.

Sehr wahrscheinlich liefert eine der Caching-Ebenen noch die alte Version aus. Leere zuerst den Cache deines Caching-Plugins, danach den Browser-Cache (in den meisten Browsern mit Strg + F5). Nutzt du zusätzlich ein CDN, muss gegebenenfalls auch dort der Cache geleert werden.

Ja, vor allem bei dynamischen Inhalten. Warenkörbe, Login-Bereiche oder Formulare sollten vom Caching ausgeschlossen werden, was gute Caching-Plugins automatisch erledigen. Außerdem solltest du nach Design-Änderungen und Updates den Cache leeren, damit Besucher die aktuelle Version deiner Website sehen.

Das hängt stark von der Website ab. Besonders deutlich sinkt die Zeit bis zum ersten Byte (TTFB), da der Server fertige Seiten ausliefert, statt sie neu zu berechnen. In der Praxis sind je nach Ausgangslage Verbesserungen von mehreren Sekundenbruchteilen bis hin zu einigen Sekunden möglich, was sich auch positiv auf die Core Web Vitals auswirkt.

Für regional tätige Unternehmen mit Besuchern aus Deutschland ist ein CDN meist kein Muss, ein guter Hoster mit Serverstandort Deutschland reicht in der Regel aus. Sinnvoll wird ein CDN, wenn deine Besucher aus verschiedenen Ländern kommen oder deine Website sehr bilderlastig ist.

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