Illustration zum Thema WordPress gehackt: Eine Einbrecherhand greift aus einem Laptop-Bildschirm mit geöffnetem Schloss und Warndreieck, eine Hand mit Schild wehrt sie ab

WordPress gehackt: Was tun? Erste Hilfe in 7 Schritten

Wenn deine WordPress-Website gehackt wurde, gilt: Ruhe bewahren und systematisch vorgehen. Nimm die Website vom Netz, ändere alle Passwörter, sichere den aktuellen Stand, entferne die Schadsoftware und schließe die Sicherheitslücke. Danach informierst du Google und prüfst, ob du den Vorfall melden musst. Diese Anleitung führt dich in 7 Erste-Hilfe-Schritten durch genau diesen Ablauf.

Fremde Werbung auf der Startseite, Weiterleitungen auf dubiose Seiten oder die Google-Warnung „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“: Ein Hack ist für jeden Website-Betreiber ein Schock. Die gute Nachricht: In fast allen Fällen lässt sich die Website retten, und deine Inhalte sind meist noch da. Wichtig ist jetzt, dass du die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge tust.

Woran du erkennst, dass deine Website wirklich gehackt wurde

Nicht jeder Fehler ist ein Hack. Eine weiße Seite oder die Meldung „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“ haben meist technische Ursachen, etwa ein fehlerhaftes Plugin-Update. Für diese Fälle habe ich eigene Anleitungen geschrieben: WordPress-Seite ist weiß und kritischen Fehler beheben. Bei einem echten Hack siehst du dagegen typischerweise eines dieser Warnzeichen:

  • Deine Website leitet Besucher auf fremde Seiten weiter, oft Glücksspiel-, Pharma- oder Fake-Shops
  • Auf deinen Seiten erscheinen fremde Inhalte, Pop-ups oder Spam-Links, die du nie angelegt hast
  • Google zeigt in den Suchergebnissen die Warnung „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“ oder der Browser blockiert den Aufruf
  • Du kannst dich nicht mehr einloggen oder im Dashboard tauchen Administrator-Konten auf, die du nicht angelegt hast
  • Dein Hoster hat die Website gesperrt oder warnt dich, dass über deinen Account massenhaft Spam-Mails verschickt werden
  • Auf dem Server liegen plötzlich Dateien mit kryptischen Namen oder die Website ist ohne erkennbaren Grund extrem langsam

Trifft mindestens ein Punkt zu, gehst du am besten sofort die folgenden 7 Schritte durch. Bei Kundenprojekten sehe ich immer wieder: Je schneller reagiert wird, desto kleiner bleibt der Schaden. Ein Hack, der wochenlang unbemerkt läuft, kostet Rankings, Besucher und im schlimmsten Fall das Vertrauen deiner Kunden.


WordPress gehackt: Die 7 Erste-Hilfe-Schritte

Die folgenden Schritte bauen aufeinander auf. Arbeite sie der Reihe nach ab und überspringe keinen, auch wenn es verlockend ist, sofort mit dem Aufräumen zu beginnen. Die Infografik zeigt dir den kompletten Ablauf im Überblick:

Infografik: WordPress gehackt, die 7 Erste-Hilfe-Schritte von Ruhe bewahren über Passwörter ändern und Malware entfernen bis zur Google Search Console

Schritt 1: Ruhe bewahren und den Schaden dokumentieren

Bevor du etwas veränderst, halte den Ist-Zustand fest. Mach Screenshots von allem, was dir auffällt: veränderte Seiten, fremde Inhalte, Fehlermeldungen, Warnhinweise von Google oder deinem Hoster. Notiere dir, wann dir der Hack aufgefallen ist und was du zuletzt an der Website geändert hast. Diese Dokumentation hilft später bei der Ursachensuche, beim Gespräch mit deinem Hoster und falls nötig bei einer Meldung an die Datenschutzbehörde.

Schritt 2: Website vom Netz nehmen

Solange die Website infiziert ist, gefährdet sie deine Besucher und verteilt womöglich Spam oder Schadsoftware weiter. Nimm sie deshalb vorübergehend vom Netz: Aktiviere den Wartungsmodus, wie ich es im Beitrag WordPress-Wartungsmodus aktivieren zeige, oder sperre die Seite über deinen Hoster. Das schützt nicht nur deine Besucher, sondern verhindert auch, dass Google noch mehr gehackte Seiten in den Index aufnimmt.

Schritt 3: Alle Passwörter ändern, wirklich alle

Der Angreifer hat mindestens einen Zugang zu deiner Website. Welchen, weißt du noch nicht. Deshalb änderst du jetzt alle Passwörter, die mit der Website zu tun haben:

  • alle WordPress-Benutzerkonten, allen voran die Administratoren
  • der Zugang zum Kundenbereich deines Hosters sowie FTP- beziehungsweise SFTP-Zugänge
  • das Datenbank-Passwort (steht in der Datei wp-config.php und muss dort nach der Änderung angepasst werden)
  • das E-Mail-Konto, das mit dem Admin-Konto verknüpft ist (darüber lassen sich sonst alle Passwörter zurücksetzen)

Nutze für jedes Konto ein eigenes, langes Passwort mit mindestens 16 Zeichen, am besten aus einem Passwort-Manager. Falls du unsicher bist, ob deine Zugangsdaten schon länger im Umlauf sind: Auch Phishing ist ein häufiger Weg, wie Angreifer an Passwörter kommen. Wie du solche Betrugsmails erkennst, liest du im Beitrag Was ist Phishing?

Schritt 4: Backups sichern, bevor du aufräumst

Das klingt paradox, ist aber wichtig: Sichere zuerst den infizierten Zustand als Kopie (Dateien und Datenbank). Falls bei der Bereinigung etwas schiefgeht, kannst du jederzeit zurück und verlierst keine Inhalte. Prüfe außerdem, wann dein letztes sauberes Backup entstanden ist. Liegt es vor dem Hack, ist das Einspielen dieses Backups oft der schnellste Weg zurück zu einer sauberen Website. Danach musst du trotzdem alle Updates einspielen und Passwörter ändern, sonst steht der Angreifer morgen wieder in der Tür. Wie du Backups richtig anlegst, zeige ich dir im Beitrag zur WordPress-Datensicherung.

Schritt 5: Malware aufspüren

Jetzt geht es an die Suche nach der Schadsoftware. Zwei kostenlose Scanner geben dir einen ersten Eindruck: Sucuri SiteCheck prüft die öffentlich sichtbaren Seiten deiner Website auf bekannte Schadcodes und Blacklist-Einträge, und mit VirusTotal kannst du einzelne verdächtige Dateien oder deine URL von über 60 Antiviren-Engines gleichzeitig prüfen lassen. Ein Sicherheits-Plugin wie Wordfence scannt zusätzlich alle Dateien auf dem Server und vergleicht sie mit den Originalen aus dem offiziellen WordPress-Verzeichnis.

Wichtig zu wissen: Online-Scanner sehen nur, was öffentlich sichtbar ist. Versteckte Hintertüren auf dem Server finden sie nicht. Diese Verstecke solltest du (oder dein WordPress-Betreuer) deshalb gezielt durchsehen:

Infografik: Wo sich Malware in WordPress versteckt, etwa wp-config.php, functions.php und Uploads-Ordner, und an welchen Code-Signaturen wie eval und base64_decode man sie erkennt

Verdächtig sind vor allem PHP-Dateien mit Zufallsnamen wie „xkdf83.php“, Code-Schnipsel mit Funktionen wie eval(), base64_decode(), gzinflate() oder str_rot13() sowie PHP-Dateien im Ordner wp-content/uploads, denn dort gehören nur Bilder und Dokumente hin. Prüfe außerdem unter Benutzer, ob unbekannte Administrator-Konten existieren, und lösche sie.

Schritt 6: Website bereinigen und das Einfallstor schließen

Der sicherste Weg, manipulierte Systemdateien loszuwerden: WordPress-Core komplett neu installieren. Lade dazu die aktuelle Version von wordpress.org herunter und ersetze alle Dateien auf dem Server, mit zwei wichtigen Ausnahmen: Die Datei wp-config.php und der Ordner wp-content bleiben erhalten, denn dort liegen deine Konfiguration, Themes, Plugins und Uploads. Nutze dafür keinen Klick-Installer deines Hosters, der würde in der Regel auch deine Datenbank überschreiben.

Danach schließt du das Einfallstor. Die drei häufigsten Wege, über die Angreifer in WordPress-Websites eindringen, sind veraltete Plugins, schwache Passwörter und ein veralteter WordPress-Core. Also: alle Plugins, Themes und WordPress selbst auf den neuesten Stand bringen, ungenutzte Plugins und Themes komplett löschen (deaktivieren reicht nicht, die Dateien bleiben sonst angreifbar) und die Passwörter hast du in Schritt 3 schon erneuert. Eine ausführliche Anleitung mit weiteren Maßnahmen findest du im Beitrag WordPress-Sicherheit erhöhen.

Schritt 7: Google informieren und Meldepflichten prüfen

Ist die Website sauber, nimmst du sie wieder online und kümmerst dich um die Folgen. Hat Google eine Warnung angezeigt, öffnest du die Google Search Console und prüfst den Bereich Sicherheit & manuelle Maßnahmen › Sicherheitsprobleme. Dort beantragst du nach der Bereinigung eine erneute Überprüfung. Die Warnung verschwindet danach meist innerhalb weniger Tage.

Und noch ein Punkt, den fast alle übersehen: Wurden bei dem Hack möglicherweise personenbezogene Daten abgegriffen, etwa aus Kontaktformularen, Kundenkonten oder einem Shop, bist du nach Art. 33 DSGVO verpflichtet, den Vorfall innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Datenschutzbehörde zu melden. Dokumentiere deshalb (siehe Schritt 1), was passiert ist und welche Daten betroffen sein könnten. Im Zweifel lohnt eine kurze Rücksprache mit einem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.


Wann du dir Hilfe holen solltest

Sei an dieser Stelle ehrlich mit dir: Eine gründliche Hack-Bereinigung braucht Erfahrung. Die Schritte 1 bis 4 schafft jeder Website-Betreiber selbst. Bei den Schritten 5 und 6 entscheidet sich dagegen, ob die Website wirklich sauber wird, denn eine einzige übersehene Hintertür reicht, und der Angreifer ist nächste Woche wieder da. Genau das ist das häufigste Muster, das ich bei übernommenen Notfällen sehe: Die Website wurde schon einmal „bereinigt“, der Hack kam trotzdem zurück.

Wenn du dir die Bereinigung nicht zutraust, dein Hoster die Website gesperrt hat oder der Hack trotz Aufräumen zurückkommt, übernehmen wir das für dich. Mit der WordPress-Soforthilfe bekommst du in der Regel innerhalb weniger Stunden eine Rückmeldung, auch am Wochenende. Die Ersteinschätzung ist kostenlos, danach erhältst du ein Angebot zum Festpreis. Die meisten Bereinigungen sind innerhalb eines Tages abgeschlossen. Ruf direkt an: 01577 4607977


So kommt der Angreifer nie wieder rein

Nach der Rettung kommt die Vorsorge. Diese vier Maßnahmen verhindern die allermeisten Hacks:

  • Updates zeitnah einspielen: Veraltete Plugins sind mit Abstand das häufigste Einfallstor. Tipps dazu findest du im Beitrag 7 Tipps zur Vermeidung von Malware.
  • Tägliche Backups mit Aufbewahrung: automatisiert, extern gespeichert und mindestens 14 Tage vorgehalten, damit auch ein spät entdeckter Hack ein sauberes Backup übrig lässt.
  • Login absichern: starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine Begrenzung der Login-Versuche, zum Beispiel mit den Plugins WP 2FA und Limit Login Attempts Reloaded.
  • Jemanden haben, der regelmäßig hinschaut: Mit unserer WordPress-Wartung (110 € zzgl. USt. je Wartungstermin, monatlich oder quartalsweise) kümmern wir uns um Datensicherung, Virenscan, Updates und Funktionsprüfung, bevor etwas passiert.

Fazit: Ein Hack ist ein Schock, aber kein Todesurteil

Eine gehackte WordPress-Website lässt sich in fast allen Fällen retten, und deine Inhalte liegen meist unbeschädigt in der Datenbank. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst dokumentieren und absichern, dann Passwörter ändern und Backups sichern, dann gründlich bereinigen und zuletzt Google und gegebenenfalls die Datenschutzbehörde informieren. Wer nur die sichtbaren Symptome entfernt, hat den Angreifer nächste Woche wieder auf dem Server.

Und wenn du gerade mit einer gehackten Website vor dem Bildschirm sitzt und dir das alles zu viel ist: Du musst da nicht allein durch. Schick uns über die WordPress-Soforthilfe eine kurze Problembeschreibung oder ruf direkt an: 01577 4607977. Wir melden uns in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende.


FAQ: Häufige Fragen zur gehackten WordPress-Website

Typische Anzeichen sind Weiterleitungen auf fremde Seiten, fremde Inhalte oder Spam-Links, eine Google-Warnung in den Suchergebnissen, unbekannte Administrator-Konten, ein gesperrter Login oder eine Warnung deines Hosters wegen Spam-Versands. Auch plötzliche, unerklärliche Langsamkeit kann ein Hinweis sein.

Die drei häufigsten Einfallstore sind veraltete Plugins mit bekannten Sicherheitslücken, schwache oder mehrfach verwendete Passwörter und ein veralteter WordPress-Core. Die Angriffe laufen fast immer automatisiert: Bots scannen das Netz permanent nach verwundbaren Websites, unabhängig davon, wie klein oder unbekannt eine Seite ist.

In den allermeisten Fällen nicht. Deine Inhalte liegen in der Datenbank und bleiben beim Hack meist unbeschädigt. Üblich ist, den WordPress-Core neu zu installieren, Plugins und Themes aus offiziellen Quellen neu zu laden und die Datenbank gezielt zu prüfen. Ein kompletter Neuaufbau ist nur nötig, wenn die Website über lange Zeit tief kompromittiert wurde.

Erst die Website vollständig bereinigen, dann in der Google Search Console unter Sicherheitsprobleme eine erneute Überprüfung beantragen. Google prüft die Website danach neu; die Warnung verschwindet in der Regel innerhalb weniger Tage. Ohne gründliche Bereinigung lehnt Google die Überprüfung ab und die Warnung bleibt.

Wenn personenbezogene Daten betroffen sein könnten, etwa aus Formularen, Kundenkonten oder Bestellungen, ja: Nach Art. 33 DSGVO muss die Meldung innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden bei der zuständigen Landesdatenschutzbehörde eingehen. Bei einer reinen Visitenkarten-Website ohne Nutzerdaten besteht die Pflicht meist nicht. Dokumentiere den Vorfall in jedem Fall schriftlich.

Das hängt vom Umfang des Befalls ab. Bei unserer WordPress-Soforthilfe ist die Ersteinschätzung kostenlos, danach bekommst du ein Angebot zum Festpreis, ohne Abrechnung nach Stunden. Die meisten Bereinigungen sind innerhalb eines Tages abgeschlossen, oft schon nach wenigen Stunden.

Ähnliche Beiträge